Sind VERNUNFT und GERECHTIGKEIT noch universale Werte oder sind es jetzt SEX, DRUGS AND ROCK’N’ROLL und YOLO?

Werte bezeichnen im allgemeinen Sprachgebrauch unter anderem als erstrebenswert, in sich wertvoll oder moralisch gut betrachtete Eigenschaften bzw. Qualitäten. Auch stehen sie für das, was im jeweiligen Kulturkreis als „das Gute“ an sich angesehen wird.

Doch können sich wirklich alle noch auf die aus allen Weltreligionen abgeleitete GOLDENE REGEL „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg‘ auch keinem andern zu“ einigen?

Werte sind nicht zuletzt auch eine ökonomische Kategorie, welche die Grundlage dafür bildet, dass völlig verschiedene Güter und Dienstleistungen in einem bestimmten quantitativen Verhältnis gegeneinander verrechnet werden können. Im wirtschaftlichen Verkehr wird Wert in Geld ausgedrückt.

Es ist schon bemerkenswert, dass die deutsche Sprache für diese beiden scheinbar völlig verschiedenen Phänomene nur ein Wort kennt. Auch hinter einem WERTURTEIL können wirtschaftliche, ethische, ästhetische oder andere Werte stehen. Art und Intensität des Wertens unterliegen einem geschichtlichen Wandel und sind kausale Faktoren der Kulturentwicklung.

Wenn Werte einem Wandel unterliegen, was sind dann die ALTEN und was die NEUEN Werte? Und worin unterscheiden sich ethische und ästhetische Werte von Wirtschaftlichen?

Gibt man bei Wikipedia „Wertewandel“ ein so ist u.a. folgendes zu lesen:

„Der Wegfall ‚universaler‘ Wertevorstellungen wird durch neue, alle Subsysteme verbindende Werte ersetzt, wie instrumentelle Intelligenz, Flexibilität, Anpassungs- und Umstellungsgeschick oder hochentwickelte Fähigkeit, Misserfolge oder Versagen zu ertragen und produktiv zu verarbeiten.“

Wenn das tatsächlich die Werte sind, die im Laufe von rund 700 Jahren an die Stelle der zwölf Rittertugenden (Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, Stärke, Glaube, Mäßigkeit, Güte, Demut, Hoffnung und Liebe) getreten sind, stellt sich die Frage ob das Fortschritt ist oder ob sich unser ethischer Wertebegriff nicht einfach opportunistisch dem Wirtschaftlichen angepasst hat. Dann könnte man vielleicht auch gleich dazu übergehen, statt von „Wertewandel“ von „Wertehandel“ zu sprechen.

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